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4 Fotos «EINDRINGLINGE» wurden von der Jurie der photo schweiz 2025 in Zürich ausgewählt. 

 

Text der Galeristin «Diana Dodson zu meiner Ausstellung von letztem Herbst:

Der Fotograf Hans Hofmann (Bern) thematisiert in seinen Werken den Menschen in unter- schiedlichen Wirkungsfeldern - Natur, Kultur, Architektur, Industrie, Arbeit, Stadt und Land. Dabei findet Hofmann neben kraftvollen Naturdarstellungen auch Metaphern für den zerstö- rerischen Umgang des Menschen mit den eigenen Lebensgrundlagen. So stehen menschen- leere archaische Urwälder neben mutierten, vonTechnik annektierten Landschaften.

Die Faszination für Technik ist bei Hofmann ebenso spürbar wie die Achtung vor der Natur. Der Fotograf sucht entlegene und unverfälschte Orte auf, um uns in den Werkserien wie die knorrigen «Süntelbuchen», der lichtdurchflutete Nebelurwald von «La Gomera», die klirrende «Antarktis» oder die verlassenen «Schürli» von der Kraft und Schönheit,

vom Werden und Vergehen zu erzählen.

Hofmann versteht es, mit dem Licht zu malen - er nuanciert mit einer breitgefächerten Palet- te von hell-dunkelTonwerten, so dass ein zusätzliches Kolorit für ihn offensichtlich überflüs- sig wird. Mit subtiler Lichtführung, prägnanten Formen und differenzierten Strukturen lässt Hofmann spannungsvolle Bildräume entstehen, welche zeitlos und entrückt erscheinen.

In der Serie der "Eindringlinge" tauchen in den ursprünglichen Landschaften Relikte des Industriezeitalters auf. Turbinen, Walzen und Pumpen singen eine Ode an die skulpturale Ästhetik der Maschinen von gestern und verweisen gleichzeitig auf eine phantastische oder postapokalyptische Welt von morgen. Diese Fotocollagen werden vorerst analog mit Schere und Leim vorskizziert, dann mit Hilfe von künstlicher Intelligenz digital montiert - daraus schafft Hofmann surreale und ambivalente Situationen von verblüffender Echtheit.

Seine Beharrlichkeit führte Hans Hofmann zu mehreren Langzeitprojekten. Zwischen 2017 und 2019 begleitete er neugierig den Sport des Hornussens, wo er fernab von Klischees ein dynamisches und differenziertes Portrait der Spieler und Spielerinnen schuf.
Als Hofmann von der Stilllegung der Papierfabrik Utzensdorf erfuhr, war er innert kurzer Zeit vor Ort und konnte während drei Jahren den Weg von der letzten Inbetriebnahme der Fabrik bis zur leerstehenden Brache dokumentieren. Auch den Abbruch der 1948 gebauten Festhalle in Bern verfolgte er akribisch - markante Sujets, welche Hans Hofmann mit künstlerischem Blick in zum Teil anspruchsvollen Verhältnissen fokussierte.

Mit vorurteilsfreiem Staunen und respektvoller Begegnung gepaart mit der Leidenschaft des Fotografierens entlockt Hans Hofmann seiner „Leica M Monochrom“ ästhetische, poetische und authentische schwarz-weiss Fotografien. Seine Werke oszillieren zwischen Dokumenta- tion und Fiktion, zwischen stillen und lauten Gesten, zwischen Urkraft und Vergänglichkeit, zwischen gestern, heute und morgen.

VOLUME Kunstraum | Lorrainestrasse 14 | CH-3013 Bern | [email protected] | www.volume-kunstraum.ch

 

 

 

Bundbericht Abbruch Festhalle nach einem Jahr.

Ergreifende Fotos vom Abbruch der alten Festhalle schoss der Berner Fotograf Hans Hofmann genau vor einem Jahr. Eine schnörkellose Fotoreportage. Hier geht's zum Bericht

 

 

«Als ich anfangs 2018 erfuhr, dass die Papierfabrik Utzenstorf abgestellt wurde, war mir sofort klar, dass ich die stillgelegten, noch funktionsfähigen Maschinen und Fabrikgebäude auf Bildern festhalten will.»

Für den leidenschaftlichen Leica-Fotografen begann ein Dreijahresprojekt, welches den Rückbau der gesamten Fabrikanlage mit einschloss . Hans Hofmann erinnert sich an den ersten Rundgang und die Äusserung eines Ingenieurs, der unter Tränen sagte, dass doch alles noch einwandfrei funktionieren würde. 

Während drei Jahren hat Hans Hofmann in den Gebäuden fotografiert. Aus über 7’000 Aufnahmen wurden 237 ausgewählt, welche nun im Buch «EIN ORT VERTSCHWINDET, Papierfabrik Utzenstorf» auf 240 Seiten zu sehen sind.

In kurzen Texten werden Hintergründe rund um die Papierfabrik beschrieben.

Entstanden ist ein Buch mit Bildern der Zerstörung. Allerdings sind es spezielle, teils poetische Bilder der Zerstörung, wenn beispielsweise die Staubwolke eines einstürzenden Gebäudes alles wie in Nebel taucht.

Zu Beginn seiner Mission hielten ihn die Arbeiter:innen noch für einen Boulevardfotografen. Doch die Skepsis verflog rasch und es entstand ein vertrautes, freundschaftliches Verhältnis. Spätestens, als jeder Arbeiter ein Bild von sich bestaunen konnte, war das Eis gebrochen.

Nach einiger Zeit kannte er die meisten Arbeiter und die Beziehung wurde kollegial. Das Resultat war, dass er kaum mehr beachtet wurde . Deshalb konnte er mit der Kamera näher an die Menschen ran. So entstanden entspannte, aber dynamische Bilder der hart arbeitenden Männer.

Das Buch kann [email protected] für 55 CHF bestellt werden.

Leica-Camera Blog zu «Ein Ort verschwindet» :

 

https://leica-camera.blog/de-ch/2022/09/20/ein-ort-verschwindet/